2 ml EDTA-Blut
Nachweis von Mutationen im HNF1a-Gen durch PCR und anschließende Sequenzierung
Mutationsanalyse zur Differentialdiagnose bei - früh einsetzendem Diabetes mellitus und Fehlen von Autoimmunphänomenen - reduzierter Insulinsekretion - schwerer progressiver (Nüchtern-) Hyperglykämie - starkem Anstieg von Glukose im Glukosebelastungstest - Gestationsdiabetes mit familiärer Häufung von Diabetes mellitus - gutem Ansprechen auf Sulfonylharnstoffe oder kleinste Insulinmengen - fehlendem Ansprechen auf orale Antidiabetika anderer Klassen (z.B. Metformin) - renaler Glukosurie bei erniedrigter Nierenschwelle - familiärer Häufung von früh einsetzendem Diabetes mellitus
Eine Untergruppe des Diabetes mellitus ist der `maturity onset diabetes of the young´ (MODY). MODY ist genetisch heterogen und entsteht durch Mutationen in mindestens sechs Genen (MODY – 1 bis 6). Klinischen Untersuchungen zufolge sind etwa 1-5% der Patienten mit Diabetes mellitus an einer Form des MODY-Diabetes erkrankt. Beim Gestationsdiabetes lassen sich nach neueren Studien bei bis zu 80% (selektiert) der Patientinnen Mutationen in einem der MODY-Gene nachweisen (v.a. MODY 2 (Glukokinase-Gen) und MODY 3 (HNF1a-Gen)) . Mutationen im HNF1a-Gen führen zum MODY Typ 3, einer monogenen Form des Typ2-Diabetes mellitus mit autosomal dominantem Erbgang, hoher Penetranz (ca. 80-90%), einem frühen Manifestationsalter (gewöhnlich <25 Jahren) und einer Störung der Beta-Zell-Funktion. Das HNF1a-Gen liegt auf dem Chromosom 12 und kodiert für einen Transkriptionsfaktor, welcher die gewebespezifische Expression von Proteinen reguliert, die am Glucosemetabolismus beteiligt sind. Der Anteil von HNF1a-Gen Mutationen an allen MODY Patienten wird mit ca. 69% eingeschätzt. Charakteristisch beim MODY 3 ist neben dem Fehlen von Autoimmunphänomenen (kein Nachweis von GAD-AK und IA2-AK) ein insgesamt schwerer Krankheitsverlauf mit möglichen Begleitmanifestationen wie schwerer Angiopathie, Neuropathie, Nephropathie oder einer renalen Glukosurie. Die Untersuchung liefert eine zuverlässige Bestätigung des klinischen Verdachts, so dass eine adäquate Therapie eingeleitet werden kann.
Humangenetik
Stand: 04.08.2010
|