Gerinnung / Transfusionsmedizin

Quick-Wert (TPZ)/INR

(Thromboplastinzeit, Prothrombinzeit, PT)

Material

3 ml Citrat-Blut

1,3 ml Citrat-Blut bei Kleinkindern

Referenzbereiche

Quick-Wert: 80 - 123 %

INR: 0,85 - 1,15

Verfahren

Koagulometrischer Gerinnungstest

Klinische Relevanz

Screening-Test der Gerinnung präoperativ

Überwachung der Therapie mit Vitamin K-Antagonisten, wie Marcumar, Warferin und Sintrom (zum Monitoring ist der INR-Wert besser geeignet)

Diagnostik des Vitamin K-Mangels

Beurteilung der Syntheseleistung der Leber

Mangel an einem oder mehreren Faktoren des Prothrombin-Komplexes (Faktor II, VII, IX oder X)

Faktor V-Mangel

Blutungsneigung

Thrombophilie

Anmerkungen

Der Quick-Wert wurde nach dem Erstbeschreiber der Methode, A. Quick, benannt. Bei pathologischem Testausfall kann es sich um eine angeborene oder erworbene Verminderung von Gerinnungsfaktoren handeln. Der Quick-Wert wird beeinflusst durch die Faktoren des Prothrombinkomplexes FII, VII, X und FV sowie erheblicher Fibrinogenverminderung. Bei den hereditären Mangelzuständen ist der FVII-Mangel in unserer Bevölkerung die häufigste Ursache. Zumeist liegt jedoch eine erworbene Störung vor: Lebersynthesestörung, Vitamin K-Mangel des Neugeborenen bzw. alimentär, Einnahme oraler Antikoagulantien (cave: eventuell in suizidaler Absicht!). Therapiekontrolle der oralen Antikoagulation (INR): Die Angabe des Quick-Wertes in Prozent für Patienten unter oraler Antikoagulation ist nicht mehr empfehlenswert, da sie methodische Unterschiede nicht berücksichtigt (unterschiedliche Messverfahren, Reagenzien und Geräte), woraus unterschiedliche Zielbereiche für den Quick-Wert resultieren. Deshalb wurde weltweit der INR-Wert (INR = International Normalisierte Ratio) als Maß für die Antikoagulation eingeführt, um die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Laboren zu gewährleisten. Er gleicht über einen Korrekturfaktor (ISI-Wert) die laborspezifischen Unterschiede weitgehend aus. Achtung: Die INR gilt nur für Patienten in der stabilen Phase der oralen Antikoagulation.

INR-Wert: nach venösen Thrombosen: 2,0 - 3,0
nach arteriellen oder venösen Thrombosen bei Antiphospholipid-Syndrom: 3,0 - 3,5
Antikoagulation von Herzklappen-Patienten in Abhängigkeit von der Klappe!

Bei Marcumartherapie Medikamenteninteraktionen (insbesondere Antibiotika) und den Einfluss Vitamin K-haltiger Nahrungsmittel beachten, insbesondere alle Kohlsorten und grünes Gemüse, rohes Sauerkraut, rohes Gemüse, rohes Fleisch, Salat, rohe Karotten, Erdbeeren, Schokolade, Tomaten.

P: Für die Beurteilung ist die Kenntnis der PTT und der Thrombinzeit von Bedeutung.

Die Analyse soll schnellstmöglich nach der Blutentnahme bestimmt werden, jedenfalls am gleichen Tag.

Proben-Aufbewahrung und -Transport bei Raumtemperatur.

Unterfüllung der Probe führt zu falsch erniedrigten Quick-Werten, entsprechend falsch hohen INR-Werten.

Anforderungsscheine

Stand: 11.08.2017

Wichtige Information:
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