Medikamente / Drogen

Cannabinoide, synthetische (Drogenanalytik)

Spice, Räuchermischungen, Neue Psychoaktive Substanzen, Legal Highs

Material

10 ml Urin

(1 ml Speichel)

2 ml Serum/Plasma

(500 mg Haar)

Referenzbereiche

negativ

Verfahren

LC-MS/MS

Sonstiges

Fremdlaborleistung

Klinische Relevanz

Drogenkonsum/Drogenmissbrauch

Cannabinoide

Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) / "Legal Highs"

Partydrogen

Missbrauchsdroge, insbesondere:

- illegale Ersatzdroge von Cannabis-Konsumenten,

  deren Konsum von "klassischem" Cannabis auf-

  gedeckt wurde und danach überwacht wird

- alle Personen, die mit Drogenanalysen rechnen müssen

  (z.B. bei MPU, am Arbeitsplatz, im Justizvollzug)

 

Siehe auch Drogentests & Drogenanalytik im Urin, Drogentests & Drogenanalytik im Speichel sowie allgemeine Hinweise im Online-Spektrum, Anhangkapitel Drogentests & Drogenanalytik (Übersicht).

 

Urin und Serum sind die bevorzugten Materialien (längste Nachweisbarkeit in Urin).

Serum: mehr Substanzen nachweisbar, aber kürzer als im Urin.

Anmerkungen

Die Substanzen gehören zur Gruppe der "Neuen Psychoaktiven Substanzen" (NPS), die auch als "Legal Highs" bezeichnet werden. Inzwischen ist jedoch der Handel und der Konsum für viele dieser Stoffe verboten, d.h. sie sind oft nicht mehr "legal".

 

Nachweis: Spezifische Methoden sind zum Nachweis von synthetischen Cannabis-Wirkstoffen bzw. deren Metaboliten zwingend notwendig. Alle Teste auf "klassische", pflanzliche Cannabinoide (Drogenanalytik) können "Spice & Co."-Inhaltsstoffe NICHT nachweisen.

 

Nachweisbarkeit im Urin:

- nach Einmalkonsum: einige Tage

- nach Dauerkonsum: länger, mehrere Tage

 

Nachweisbarkeit im Serum/Plasma:

- nach Einmalkonsum: einige Stunden

- nach Dauerkonsum: länger

 

Hintergrund: "Spice" & Co. sind Mischungen aus getrockneten Pflanzenteilen, die formal als Räuchermischungen deklariert werden, aber neben Pflanzenteilen synthetische Cannabinoide enthalten und daher als Ersatz für Cannabisprodukte konsumiert werden. Einer der zuerst bekannt gewordenen Wirkstoffe ist das Aminoalkylindol "JWH-018". JWH-Verbindungen werden inzwischen kaum noch konsumiert, stattdessen sind AKB-, CHMINACA-, FUBINACA-, und CHMICA-Verbindungen verbreiteter. Immer wieder tauchen neue Wirkstoffe auf, die dann in den Nachweismethoden ergänzt werden.

 

Suchtpotential/Intoxikationen: Die Produkte enthalten verschiedene Wirkstoffe in ungleichmäßiger Dosierung, was insbes. bei Erstkonsumenten die Gefahr von klinischen Überdosierungen erhöht. Das Suchtpotenzial ist vermutlich mit Cannabis vergleichbar.

        

P: Urin/Serum/Speichel möglichst einfrieren.

Speichel: Präanalytik siehe Drogentests & Drogenanalytik im Speichel

Anforderungsscheine

Stand: 23.01.2017

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