Analysen-Spektrum
Humangenetik
Alpers Syndrom
Material
2 ml EDTA-Blut
Verfahren
Nachweis von Mutationen im POLG1-Gen durch PCR und Sequenzierung
Klinische Relevanz
Mutationsanalyse
- bei Patienten mit psychomotorischer Regression, Krämpfen und Lebererkrankung
- zur Risikoabschätzung bei familiärer Häufung der u.g. Krankheitsbilder.
Anmerkungen
Beim Alpers Syndrom (Alpers-Huttenlocher-Syndrom) handelt es sich um eine Zerebro-Hepatopathie, welche zum Verlust mitochondrialer DNA führt. Die Krankheit ist autosomal-rezessiv vererbt und beginnt fast immer im Kleinkindalter. Klinisch imponieren Nüchtern-Hypoglykämie, Entwicklungsstörung, infektabhängige Enzephalopathie, Spastizität, Myoklonus, fokale Krämpfe, Status epilepticus oder akutes Leberversagen. Im späteren Stadium der Erkrankung sind 25% der Betroffenen kortikal blind. Die Symptome treten in der Regel nicht alle gleichzeitig auf, die phänotypische Ausprägung ist variabel.
Man erkennt durch diffusionsgewichtete MRI asymmetrische, fleckige Veränderungen in Hirnrinde, Basalganglien, Thalamus und Kleinhirn, wobei meistens die okzipitale Hirnrinde betroffen ist. Die Liquor-Eiweißkonzentrationen sind immer erhöht, in Liquor und Blut kann vorübergehend die Laktat-Konzentration erhöht sein. Anfangs ist die Hepatopathie nur geringgradig, mit nur einer 2- bis 3-fachen Erhöhung der Transaminasen. Desweiteren entsteht im Verlauf eine mikronoduläre Zirrhose (Schrumpfleber) mit regenerativen Knötchen, Gallengangs-Proliferation und mikrovesikulärer Steatose.
Verursacht wird das Alpers Syndrom in der Mehrzahl der Fälle durch Mutationen im POLG1-Gen, das auf dem langen Arm von Chromosom 15 lokalisiert ist (15q25). Das POLG1-Gen kodiert die mitochondriale Gamma-DNA-Polymerase1, die essentiell für die mitochondriale DNA-Replikation und Reparatur ist. Durch die genannte Untersuchung werden etwa 95% der beschriebenen Mutationen erfaßt. Die Genanalyse bestätigt sicher die klinische Diagnose bei den Betroffenen und erlaubt die Identifizierung auch bislang symptomfreier Familienmitglieder.
Anforderungsscheine
Stand: 04.04.2012
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