Analysen-Spektrum
Gerinnung / Transfusionsmedizin
Thrombozytenaggregation
Material
10 ml Citrat-Blut
Referenzbereiche
normal
Klinische Relevanz
Blutungsneigung, Hämatomneigung, intra-, postoperative Blutung, primäre Hämostasestörung (verlängerte Blutungszeit)
Überprüfung der ASS-Wirksamkeit bei niedriger Dosierung (100mg/d oder weniger) bzw. nach kurzfristigem Absetzen, ob Funktion bereits normalisiert bzw. präoperativ bei Patienten unter ASS oder anderen Thrombozytenaggregationshemmern (z.B. Clopidogrel, Ticlopedin)
Beurteilung der primären Hämostase bei Thrombozytopenie (> 50/nl) oder Thrombozytose (> 500/nl)
vermehrte Aggregationsbereitschaft der Thrombozyten (arterieller Gefäßverschluß)
angeborene Thrombozytopathie
(M. Glanzmann, Bernhard-Soulier-Syndrom)
erworbene Thrombozytopathie durch Medikamente oder Antikörper gegen Thrombozytenmembranrezeptoren
Differenzierung von-Willebrand-Syndrom Typ 2A oder 2B.
Anmerkungen
H: Plättchenreiches Plasma wird mit verschiedenen Aggreganzien (ADP, Adrenalin, Kollagen, Ristocetin) verschiedener Konzentrationen inkubiert und die Auslösung der Aggregation bzw. der Verlauf der Aggregationskurve, d.h. Abnahme der Trübung und Zunahme der Lichtdurchlässigkeit beurteilt. Unter Therapie mit ASS findet man eine charakteristische Hemmung der Aggregation, dieser Effekt ist jedoch bei der niedrigen Dosierung (ASS 100 mg/d) variabel, d.h. die Hemmung der Cyclooxygenase erfolgt unter Umständen erst bei einer höheren Dosierung. Bei Patienten mit myeloproliferativem Syndrom überwiegt bei Thrombozytenzahlen zwischen 500 - 1000/nl die Thromboseneigung, > 2000/nl überwiegt die Blutungsneigung, bei 1000 - 2000/nl können beide Komplikationen auftreten.
E: Das Blut muß am Abnahmetag verarbeitet werden, bei ambulanten Patienten möglichst Vorstellung direkt im Gerinnungslabor nach vorheriger Terminabsprache, transportiertes Blut nicht kühlen.
Stand: 13.10.2011
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