Analysen-Spektrum

Gerinnung / Transfusionsmedizin

Antithrombin-Aktivität

früher Antithrombin III, AT III

Material

3 ml Citrat-Blut

Referenzbereiche

80 - 120 %

Klinische Relevanz

Verdacht auf AT-Mangel bei Thromboembolien, Kontrolle der Substitutionstherapie mit AT-Konzentrat

angeborener AT-Mangel
familiär heterozygot

erworbener AT-Mangel
chronische Leber- und / oder Nierenfunktionsstörung, insbesondere nephrotisches Syndrom, Sepsis, Verbrauchskoagulopathie, Heparintherapie bzw. frische Thromboembolie, HELLP-Syndrom

Anmerkungen

H: AT ist ein physiologischer Inhibitor der Gerinnung. Ein Mangel ist daher mit einer Thrombophilie assoziiert, da insbesondere Thrombin und FXa nicht ausreichend inaktiviert werden. Der AT-Mangel ist zumeist erworben, seltener angeboren. Die Prävalenz des hereditären AT-Mangels beträgt < 0,1 % und ist in ca. 5 % eines Thrombose-Kollektivs ursächlich für die Hyperkoagulabilität. Eine Verminderung auf ca. 60 %, eventuell auch bereits ca. 70 % kann klinisch relevant sein. Dies ist abhängig vom Subtyp des AT-Mangels. Erworbene AT-Mangelzustände können beobachtet werden in Folge Verbrauchs bei frischer Thromboembolie und unter Heparintherapie, Verbrauchskoagulopathie, Sepsis; infolge Verlust z.B. nephrotisches Syndrom, Aszites, Verbrennungen; infolge verminderter Synthese bei Leberfunktionsstörungen. Das AT des Neugeborenen ist physiologisch vermindert. Es kann zwischen einem Typ I-Mangel (Verminderung von Aktivität und Konzentration) und einem Typ II-Mangel (Dysprotein, normale Konzentration mit verminderter Aktivität) unterschieden werden. Bei Verdacht auf HELLP-Syndrom auch Blutausstrich auf Fragmentozyten beurteilen lassen und Bestimmung des Haptoglobins.

P: Zur Sicherung der Diagnose eines angeborenen AT-Mangels sind Mehrfachbestimmungen in Abständen notwendig, inklusive der AT-Konzentrationsbestimmung sowie Faktor II zum Ausschluß einer Lebersynthesestörung.

Anforderungsscheine

Stand: 13.10.2011

Wichtige Information:

Die Inhalte des Analysen-Spektrums sind ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen stellen in keiner Weise Ersatz für professionelle Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte dar. Die Inhalte des Analysen-Spektrums dürfen und können nicht für die Erstellung eigenständiger Diagnosen oder für die Auswahl und Anwendung von Behandlungsmethoden verwendet werden. Das Labor Lademannbogen fordert alle Benutzer mit Gesundheitsproblemen dazu auf, im Bedarfsfall immer einen Arzt aufzusuchen.